Naturgarten

Naturnah Gärtnern geht auch in der Stadt!

Um insektenfreundliche Gartenstrukturen aufzuzeigen, wollen wir einen großen Naturgarten in Bayreuth etablieren. Auf 10.000 m² der ehemaligen Landesgartenschau in der Wilhelminenaue erschaffen wir einen Beispiel-Naturgarten. Die Fläche soll einladen, Natur und Vielfalt in der Stadt zu erleben und sich inspirieren zu lassen. Der Bayreuther Naturgarten ist ein Pilotprojekt, dass sich ständig weiterentwickeln kann.

Umsetzung

Zusammen mit dem Stadtgartenamt Bayreuth und mit fachlicher Unterstützung seitens der Universität und des Ökologisch-Botanischen Gartens in Bayreuth wird das Anlegen der Fläche schon ab diesem Frühjahr nach intensiver Planung direkt in die Tat umgesetzt. Durch eigene Voranzucht heimischer Blühpflanzen und direkte Bepflanzung der Fläche können wir sehr wahrscheinlich schon in diesem Jahr reges Summen, Krabbeln, Kriechen und Fliegen im Naturgarten beobachten.

Wie finanziert sich das Projekt?

Bis zum 15.04. lief unser Crowdfunding mit dem wir knapp 45.000 € Spenden (zzgl. Spenden direkt auf das Vereinskonto) erreicht haben. Wir bedanken uns bei allen Unterstützenden - ohne jeden Einzelnen wäre das nicht möglich gewesen.

Zur Crowdfunding - Plattform:
https://vrbank-bayreuth-hof.viele-schaffen-mehr.de/naturgarten

Mit der erreichten Summe können gut starten und unsere geplanten Abteilungen und Elemente zu einem Großteil umsetzen.

Weil wir aber eine große Vision haben, hat unser Verein das Projekt für eine Förderung durch das Bundesamt für Naturschutz eingereicht. Dadurch könnte ab 2020 dann vor allem die Umweltbildung ausgebaut und in Form eines Lehrpfades gestaltet werden. Weitere beispielhafte naturnahe Flächen im Landkreis wären dann das Ziel.

Umweltbildung

Naturnah Gärtnern in der Stadt ist aber keines Falls nur etwas für die Großen! Projekttage und Ausflüge in das grüne Klassenzimmer sind als Zusammenarbeit mit Schulen und Bildungseinrichtungen in Bayreuth und Umgebung bereits in der Planung und werden so auch in die Anlage und Pflege miteingebunden. Damit einhergehend bieten wir, auch in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz KG Bayreuth (LBV), Umweltbildungsprogramme in Naturschutzpraxis, Artenkenntnis und dem Verständnis von ökologischen Zusammenhängen.

Beispiele der geplanten Abteilungen
  • Sandmagerterrassen bieten Nistmöglichkeiten für Goldwespen, Mauerbienen, Grabwespen und viele weitere heimische Wildbienen- und Wespenarten.
  • Auf Blühwiesen gibt es neben Nektar und Pollen auch Fraßpflanzen. So ist zum Beispiel die Wilde Möhre Futterpflanze für den prächtigen Schwalbenschwanz.
  • Besonders anmutig ist ein Wildrosengarten, der in seinen vielfältigen Farbtönen schon von weitem sichtbar ist und dessen Duft nicht nur Bienen anzieht.
  • Lesesteinhaufen sind nicht nur für Insekten wichtig, sondern auch für Reptilien wie die Zauneidechse.
  • Hecken bieten zahlreiche Versteckmöglichkeiten für Vögel wie Mönchsgrasmücke oder Heckenbraunelle und locken auch seltenere Arten wie Neuntöter an.
  • Besonders im Frühling ist die Streuobstwiese eine Augen- und vor allem summend und brummende Bienenweide. Über das anfallende Totholz wird sich die Holzbiene geräuschvoll freuen und im Herbstlaub der Igel Schutz finden.

Mit Unterstützung von:

Prof. Dr. Gerrit Begemann (Entwickungsbiologie)

Prof. Dr. Heike Feldhaar (Tierökologie)

PD Dr. Elisabeth Obermaier (Insekten-Pflanzen Interaktionen)

Franken Flowers

Städte können ein wertvoller Lebensraum für Insekten aller Art sein. Eine große Vielfalt an Blumen und Pflanzen in unseren Gärten lockt ein breites Spektrum faszinierender Insekten an. Viele heimische Insekten sind oftmals auf eine ganz spezielle Pflanzenart angewiesen. So ernährt sich die Larve des Glockenblumen-Rüsslers nur von Samen der Glockenblume und der Kleine Esparsetten-Bläuling frisst ausschließlich die Blätter der Saat-Esparsette.

Wenn man sich jedoch als begeisterte(r) GärtnerIn jedoch auf die Suche nach heimischen Blühpflanzen begibt, kommt man oftmals mit leeren Händen wieder nach Hause. Darum haben sich dieses Jahr erstmalig Gärtnereien aus der Region mit uns unter der Initiative Franken Flowers zusammengeschlossen, um heimische Pflanzen und Sträucher aus der Region zum Verkauf anzubieten. Um dir die Gartengestaltung zu erleichtern, werden die Pflanzen in handlichen Töpfen angeboten. Deine regionalen Verkäufer sind die Staudengärtnernei Renate Kreul (Lindau bei Trebgast) und das Hummeltaler Pflanzencenter (Hummeltal bei Gesees).

Hier die Links zu den Gärtnereien:

http://www.stauden-kreul.de

http://www.hummeltaler-pflanzencenter.de

So kannst auch du einen Beitrag für mehr Insektenvielfalt und Biodiversität leisten!

Strukturreicher Magerstandort an der Wilhelminenaue

Von einer Fettwiese zum Magerstandort in 7 Tagen

Gefördert durch: Brigitte Merk-Erbe Stiftung

Nicht schlecht, was da in so kurzer Zeit geleistet wurde: in der Wilhelminenaue auf der Fläche der Essbare Stadt Bayreuth e.V. hat Summer in der City e.V. einen strukturreichen Magerstandort geschaffen, der in Zukunft viel Nahrungsangebot und Lebensraum für Insekten und andere Tiere bieten soll.

Was bereits geschah:

  1. Grasnarbe abtragen und Vegetationsreste entfernen
  2. Boden fräsen und Landschaft modellieren
  3. Totholz einbringen und anbohren
  4. Sandgeröll einbringen und mit Humus vermischen
  5. Bestimmte Arten gezielt pflanzen (u.a. viele Kräuter und nektarreiche Stauden)
  6. Saatgutmischung ausbringen und wässern
  7. Erster Pflegeschnitt im Herbst

Hier findest Du unsere verwendete Saatgutmischung.

Reicheres Blühangebot auf dem Campus der Universität Bayreuth

Gefördert durch: Green Campus Initiative

An der Universität Bayreuth wurden durch die Green Campus Initiative das Mahdregime vieler Rasenflächen geändert. Ziel ist es Biodiversität zu fördern und speziell für Insekten mehr Lebensraum und Nahrungsangebot zu schaffen. Statt alle paar Wochen alles auf Liegewiesenhöhe zu mähen wird jetzt nur noch zweimal im Jahr gemäht. Nun können viel mehr Pflanzen zur Blüte und Samenreife gelangen und sich so vermehren.

Um den Prozess der Erhöhung der Artenvielfalt noch zu beschleunigen und nicht darauf warten zu müssen, dass Arten einwandern, hat man einige der Flächen „angeimpft“. Animpfen bedeutet den Boden mit einer Fräse umzugraben und eine Saatgutmischung einzubringen. Die Arten der Saatgutmischung eignen sich durch ihren Nektarreichtum gut als Schmetterlings-/Wildbienensaum (Blumen 90%/Gräser 10%) und wurden von der Rieger-Hofmann GmbH bezogen.

Wir von Summer in der City e.V. planen für jede der angeimpften Flächen auch ein Insektenhotel beizusteuern. Der Verein möchte dazu beitragen, dass ähnliches Engagement wie an der Universität Bayreuth auch an anderer Stelle verwirklicht werden kann. Wir glauben fest daran, dass artenreichere und strukturreichere Flächen in Städten die Lebensqualität für alle erhöhen.

Hier ist eine Übersicht der Blühflächen auf dem Campus zu sehen.

Eine Zusammenfassung der verwendeten Saatgutmischungen ist hier zu finden.